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Austausch mit La Roche-sur-Yon

Nachdem die Stadt Gummersbach im Jahre 1968 mit der französischen Stadt La Roche-sur-Yon in der Vendée eine Partnerschaft begonnen hatte, beschloss auch die Judo-Abteilung des VfL Gummersbach unter Leitung von Kurt Böhlert, eine Partnerschaft mit einem Verein aus La Roche aufzubauen. Es war dies der ‚Judo-Club Yonais‘ unter Leitung von Mr. Reneaudeau. Der erste Besuch der Gummersbacher fand vom 15. bis 21 April 1976 in La Roche statt. Der Gegenbesuch der Franzosen in Gummersbach fand im gleichen Herbst, nämlich vom 28.10. bis zum 1.11.76 statt. Der geplante nächste Besuch der Gummersbacher im Herbst 1977 konnte aus terminlichen Gründen nicht stattfinden, als neuer Termin wurde zunächst Ende März 1978 anvisiert. Diese Fahrt musste aber wieder verschoben werden und wurde dann endgültig im Oktober 1978 durchgeführt.

Da der französische Verein im Gegensatz zur Judo-Abteilung ein Großverein war und über entsprechende finanzielle Mittel verfügte, die die unseren weit überstiegen , war das Verhältnis von Anfang an nicht wirklich ideal und eine echte Freundschaft kam kaum zustande. Zudem hatten die Franzosen bereits seit längerer Zeit eine Partnerschaft mit einem spanischen Verein, wo natürlich auch weniger sprachliche Barrieren existierten. So drohte die junge Partnerschaft schon nach kurzer Zeit wieder einzuschlafen, die gegenseitigen Besuche wurden häufig verschoben. Der letzte Besuch der Franzosen aus dieser Zeit fand im Mai 1982 anlässlich des Stadtfestes statt – Deutsche und Franzosen nahmen gemeinsam am Festumzug teil.

Auch auf Grund der großen Entfernung beschloss der Vorstand der VfL-Judo-Abteilung zunächst, diese Partnerschaft nicht weiterzuführen. Wenn nicht Anke Seidel (heute: Anke von Kossak) und Werner Schmitz mehrfach ihren Urlaub in der Vendée verbracht hätten und dabei jeweils auch Marcel Farrugia, ein Mitglied des Judo-Club Yonais, besucht hätten, wäre die Partnerschaft sicherlich am Ende gewesen.

Nach vereinsinternen Spannungen im Judo-Club Yonais verließen einige Dan-Träger den Verein, so auch Marcel Farrugia, der im Stadtteil Angelmière den neuen Verein ‚Dojo Yonnais‘ gründete. Mit diesem neuen Verein wurde dann die Partnerschaft wieder aufgenommen. Unsere erste Fahrt nach La Roche fand im Oktober 1985 statt. Gefahren wurde in mehreren Kleinbussen, wobei bei einem die Heizung direkt nach dem Start ausfiel, so dass dessen Insassen völlig verfroren am nächsten Morgen in La Roche ankamen. Trotzdem war die Stimmung gut und man war sich einig, die Partnerschaft reaktivieren zu können. Auch unter dem jetzigen Vorsitzenden, Nicolas Massé, hat der Austausch einen hohen Stellenwert.

Die anschließenden Fahrten fanden dann allerdings stets im komfortablen Reisebus statt.

Schnell wurde festgestellt, dass die Herbstwochen nur schwer zu planen waren, dass aber der Feiertag ‚Christi Himmelfahrt‘ in beiden Ländern besteht und so für alle Beteiligten die Urlaubsplanung viel einfacher wurde. Seit Ende der achtziger Jahre besteht nun ein regelmäßiger Austausch über die Himmelfahrtswoche: In einem Jahr fahren die Gummers-bacher nach Frankreich, im nächsten Jahr kommen die Franzosen zu uns.

Die Teilnehmerzahl dieser Besuche beläuft sich jeweils zwischen 25 und maximal 35 Personen, wobei es sowohl erfreulich viele ‚Wiederholungstäter‘ gibt als auch immer wieder Jugendliche, die sich auf das ‚Wagnis‘ eines Austauschs einlassen. Dies gilt übrigens für beide Seiten. Bestehende Kontakte werden bei der Unterbringung in den Familien natürlich berücksichtigt und etliche Freundschaften werden auch außerhalb der Vereinspartnerschaft gepflegt, z.B. durch Besuch in den Ferien, Briefkontakte und Telefonate.

Ziel dieses Austauschs ist es in erster Linie, den Jugendlichen die jeweils andere Kultur näherzubringen und so zur Völkerverständigung beizutragen. Natürlich sollte der Begriff „Verständigung“ auch insofern wörtlich genommen werden, dass bei den Beteiligten die Motivation wächst, die andere Sprache zu lernen. Fanden früher die meisten Unterhaltungen auf englisch statt, haben jetzt deutlich mehr deutsche Jugendliche Französischkenntnisse, ebenso wie sich die Deutschkenntnisse französischer Jugendlicher verbessert haben.

Zudem hat eine Unterhaltung mit Händen und Füßen auch ihren Reiz und besonders spannend wird es dann, wenn Witze auf diese Weise, gekoppelt mit einigen wenigen Vokabeln in die andere Sprache übersetzt werden (oft ist dann das ‚Erzählen‘ lustiger als der eigentliche Witz) – auch so entstehen Freundschaften.

Am größten ist die Motivation zum Sprachenlernen bei den Jugendlichen – zumindest kurzfristig - immer dann gewesen, wenn man während des Austauschs ein Wesen des anderen Geschlechts kennen lernte und einen intensiveren Kontakt aufbauen wollte. Dann wurde Hände ringend nach sprachkundigen Dolmetschern gesucht und auf der Rückfahrt mussten auch schon die ersten Briefe übersetzt werden.

Die jeweiligen Austauschprogramme sowohl in La Roche als auch in Gummersbach sehen zumeist einen oder einen halben Tag in der jeweiligen Stadt vor, einen Tagesausflug in die Umgebung (in Frankreich z.B. Venise Verte, in Gummersbach z.B. Sauerland), ein gemeinsames Training mit anschließendem Freundschaftskampf (bei dem meistens die Franzosen gewinnen) und eine große deutsch-französische Feier. Es ist aber auch ausreichend Zeit in den Familien vorgesehen.

Bei den Deutschen besonders beliebt sind Fahrten ans Meer – das ist inzwischen zum „Pflichtprogramm“ geworden - und Besuche von Weingütern; bei den Franzosen sehr beliebt sind Brauereibesichtigungen.

Um 1990 dehnten die Franzosen die Partnerschaft für einige Jahre auf den Verein eines weiteren Stadtteilvereins aus, dem AEP Bourg. In den 90er Jahren nahm auch die Judo-Abteilung des VfL Engelskirchen an dem Austausch teil: Nachdem Dietmar und Uschi Häck den VfL Gummersbach verlassen hatten und nach Engelskirchen gegangen waren, wollten sie doch weiter an dem Austausch teilnehmen und ihre französischen Freunde weiterhin treffen. Nach und nach kamen weitere Engelskirchener Familien dazu und bereicherten eine Zeitlang die Partnerschaft.

 
 
 
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